Siddharta
Gautama wird Buddha genannt. Buddha heißt der Erwachte oder der
Erleuc htete, also einer, der auf einer höheren Bewusstseinsebene
steht, ein über die anderen Menschen Hinausgehobener, ein Erhabener ist. Man
könnte also auch sagen: Buddha, der Übermensch.
War Buddha ein Übermensch ? Sicher nicht.
Er selbst hätte es entrüstet zurückgewiesen, als Übermensch bezeichnet zu werden.
Mit
kahlgeschorenem Kopf und im gelben Gewand der heimatlosen Bettelmönche schaute sich
Buddha bei verschiedenen Asketenschulen um. Dort lernte er Yoga-Meditation und die
Versenkung in Tieftrance. Buddha wurde Einsiedler im Wald von Uruvela (etwa 150 km
südlich von Patna).
In einer
Vollmondnacht im Frühlingsmonat Vesakha fand Buddha im Alter von 35 Jahren die
Erleuchtung, als er am Fluß Nerandschara unter einem Pipala-Baum meditierte.
In den
buddhistischen Texten heißt es sinngemäß: Im ersten Teil der Nacht lebte die Erinnerung
an alle seine früheren Geburten in seinem Dasein auf. Er sah vor sich, dass die Lebewesen
sich in einem unendlichen Kreislauf der Wiedergeburten befinden. Sie ernten bei jeder
neuen Geburt das ein, was sie an gutem oder schlechtem Karma angehäuft haben. Wer
Böses tat, wird auf einer niedrigeren Stufe wiedergeboren, z. B. als ein Tier. Wer viel
Gutes getan hat, kann als edler Mensch oder sogar als Gott wiedergeboren werden.
Dieser
ewige Kreislauf der Wiedergeburten führt dazu, dass man dem Leid nicht entkommen kann.
Es gibt vier Wahrheiten, die
der Buddha nach seiner Erleuchtung verkündet hat:
Die Erste lautet:
Alle Leben ist leidvoll. Geburt, Krankheit und Tod sind leidvoll. Leidvoll ist es von
denen getrennt zu sein die man liebt, oder mit denen vereint, die man hasst!
Die Zweite:
Es gibt eine Ursache für diese Leid. Die Ursachen sind Gier, Hass und Unwissenheit.
Die Dritte:
Es gibt einen Weg der zur Befreiung führt. Dieser Weg ist der Achtfache Pfad.
Die Vierte:
Befreiung ist möglich. Wer das Nirwana erreicht hat, ist frei!
"Woher
kommen wir, wohin gehen wir?"
Eine Antwort auf diese ewige Frage der Menschheit gibt das Bardo Thötröl, das
Tibetanische Totenbuch. Nach dem Glauben der Tibetanischen Buddhisten durchläuft jedes
Lebewesen, auch der Mensch, einen endlosen Kreislauf aus Leben Tod und Wiedergeburt. Jede
Wiedergeburt ist mit Leiden verbunden: Geburt, Alter, Krankheit, Tod. Erst durch die
Erleuchtung wird der Mensch aus diesem ewigen Kreislauf erlöst. |