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| Entwicklung des Christentums In der ersten Phase war das Christentum noch ein ausschließlich jüdischer Kult; die Jünger wandten sich ursprünglich an ihre jüdischen Glaubensgenossen. Die Christen bemühten sich Kontakte außerhalb Judäas zu knüpfen; dieser Prozess begann mit Paulus, der christliche Gemeinden in der hellenistischen Welt gründete. Auf dem Apostelkonzil (49 n. Chr.) überzeugte er die übrigen Apostel davon, daß es nicht erforderlich sei, jüdische Traditionen und Gesetze zu erfüllen, um Christ zu sein. So wurde nach und nach aus der einstigen "jüdischen Sekte" eine Weltreligion. Seine missionarischen Reisen nach Anatolien, Griechenland und schließlich auch Rom waren ein entscheidender Punkt in der Geschichte des Christentums. Paulus' Botschaft fand empfängliche Zuhörer: Überall sehnten sich die Menschen nach einem Erlöser, doch nur wenige wollten die rituellen Pflichten des Judaismus (vor allem die Beschneidung) auf sich nehmen. Christen mußten keine jüdischen Gesetze befolgen. Anfangs wurden die Christen also als jüdische Sekte betrachtet. Das Judentum wurde - wie viele andere Religionen auch - im Römischen Reich zunächst grundsätzlich toleriert, und so blieben auch die Christen vorerst unbehelligt. Misstrauen kam erst auf, als Christen sich weigerten dem Kaiser Opfer darzubringen, was nach röm. Auffassung Verrat war, denn der Kaiser repräsentierte den Staat. Das Mißtrauen wurde dadurch, daß Christen ihre Gottesdienste nicht in der Öffentlichkeit, sondern zurückgezogen in Privathäusern abhielten noch verstärkt. Aus den Worten der christlichen Abendmahlszeremonie schlossen viele Römer fälschlicherweise Christen würden Menschenfleisch essen und Menschenblut trinken. Viele Unglücke wurden als Strafe der Götter für diese fremdartigen Praktiken gesehen. "Kein Regen wegen der Christen" wurde ein römisches Sprichwort. Es gab Christen im gesamten römischen Reich, doch sie bildeten nur eine Minderheit, was sie zu einem geeigneten Ziel für Verfolgungen machte. Wirkung des christlichen Glaubens Vier Elemente machten das Christentum besonders attraktiv für die Menschen:
Die erste große Christenverfolgung begann im Jahre 64: Nach dem Brand Roms suchte Kaiser Nero einen Sündenbock um den Volkszorn von sich abzulenken. Hunderte von Christen wurden verhaftet, gefoltert und umgebracht. Sie wurden gekreuzigt, von Stieren zerrissen und als lebende Fackeln in Brand gesteckt. Möglicherweise kamen auch die Apostel Petrus und Paulus bei diesen Ausschreitungen ums Leben. Verfolgungen waren aber nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Kaiser Trajan (98-117) verfügte, daß der Staat von sich aus keine Ermittlungen gegen Christen einleiten sollte und daß selbst anonymen Anzeigen nicht nachgegangen werden sollte. Er wollte die neue Religion nicht noch stärken, indem er ihr Helden verschaffte. Die letzte und zugleich größte Christenverfolgung begann im Jahr 303 unter Kaiser Diokletian. Wieder wurde von den Christen gefordert, den traditionellen römischen Staatsgöttern zu opfern. Wer sich weigerte, dem drohten Folter, Verhaftung und Tod. Tausende Christen starben. Christianisierung - Bekehrung Kaiser Konstantins Als im Jahre 305
Diokletian abdankte, wurde Constantius Kaiser des Westreiches. Er starb aber bereits ein
Jahr später in Britannien, als er dort einen Aufstand niederschlug. Soldaten erhoben
Konstantin zum neuen Augustus (Soldatenkaiser), in Italien wurde er aber nicht anerkannt.
Jahrelange Kämpfe waren die Folge. Christliche lateinische Literatur Rom und die christliche lateinische Literatur Der berühmte Christenbrief des Plinius und das Reskript des Kaisers Traian (X,96 und 97) zeigen deutlich das Spannungsverhältnis zwischen dem römischen Staat und dem Christentum. Allerdings kann die Erarbeitung dieser beiden Briefe nur einen Ausschnitt aus dieser Problematik zu einem bestimmten Zeitpunkt deutlich machen. Um eine etwas bessere Übersicht in diesem Konflikt zu gewinnen und ebenso einen gewissen Einblick in die geistige Auseinandersetzung zwischen Heidentum und Christentum zu erreichen, sind Textproben, sind "exempla" notwendig, die bis in die Zeit der ausgehenden Antike reichen, auch wenn dies nur durch wenige Beispiele erfolgen kann:
Rom ist an sich gegenüber den Anhängern fremder Religionen und Glaubensvorstellungen sehr tolerant, solange und soweit diese den Verpflichtungen gegenüber dem Staat und dem Kaiser nachkommen und ihre Staats- und kaisertreue Gesinnung auch durch die üblichen Riten (Opfer, Gebet) zumindest formal bezeugen. Doch gerade der geforderte Loyalitätsakt führt unvermeidlich zu den Konflikten zwischen den Vertretern des römischen Staates und den Bekennern des Christentums. Zu Beginn gibt es Desinteresse und Unverständnis gegenüber den Glaubenslehren und Riten der Christen. Das wird bei Tacitus (Tac.Ann.XV,44) ebenso erkennbar wie bei Plinius (Plin.X,96). Deutlich werden bei Tacitus zwei Motive für die Verfolgung der Christen: sie werden als "Sündenböcke" für eine, eingetretene Katastrophe verfolgt, und sie werden verfolgt, weil sie sich aus der Sicht des Staates außerhalb der Gemeinschaft stellen. Für Tacitus freilich ist die Schilderung der Christenverfolgung] nur ein Kapitel unter anderen, in denen er die Gewaltherrschaft des Nero darstellt. Bei Plinius wird dann klar erkennbar, worin sich vor allem das Spannungsverhältnis des Staates zu den Christen; zuspitzt: es geht um den Beweis der Loyalität gegenüber Kaiser und Staat durch das Opfer vor der Statue des Kaisers. Die Behörden fordern es als selbstverständlichen Beweis dieser Loyalität, die Christen verweigern es aus Glaubensgründen. Ein kennzeichnendes Beispiel für diesen Konflikt bieten die "Acta Scilitanorum", die in Form eines Gerichtsprotokolls in einfacher Sprache den Prozeß gegen eine Reihe von Christen festhalten. Es wird dabei deutlich, daß es den Behörden bei der Verfolgung von Christen nicht um Glaubensinhalte geht, sondern um den Loyalitätsbeweis gegenüber Kaiser und Staat. Um diese Zeit setzen auch im lateinischen christlichen Schrifttum die geistigen Auseinanderset-zungen mit den Nichtchristen ein. In der Ablehnung der "spectacula" wendet sich Tertullian nicht bloß an die Christen; in seinem "Apologeticum" verteidigt er das Christentum gegen die Anschau-ungen und Angriffe der Heiden und unterzieht die Verfahren gegen Christen einer scharfsinnigen Kritik. Sprache und Stil dieser Schriften zeigen nicht nur die rhetorische Schulung Tertullians und seine blendende Formulierungskunst; sie zeigen auch viele Neubildungen im Wortschatz und sind daher nicht immer leicht zu erarbeiten. Christentum wird römische Staatsreligion Die Wende in dem Verhältnis Staat - Christentum setzt nach den schweren Christenverfolgungen unter Diokletian (Beginn 303) und den Machtkämpfen unter seinen Nachfolgern ein. Einer sich schon vorher anbahnenden Entwicklung folgend, unterstützt Konstantin d.Gr. das Christentum, wenn er sich auch erst auf dem Totenbette taufen lässt. Das sogenannte "Mailänder Edikt" aus dem Jahre 313 bringt den Christen zunächst die Gleichberechtigung gegenüber den heidnischen Kulten. Dieses Edikt ist in der umständlichen Diktion der kaiserlichen Kanzlei verfaßt. Es bietet deshalb wie auch durch die vom "klassischen" Latein abweichenden Wortbedeutungen und Konstruktionen sicherlich Verständnis und Übersetzungsschwierigkeiten. Der Schritt von der Gleichberechtigung des Christentums zur Alleinberechtigung braucht nur wenig Zeit: durch das Edikt des Kaisers Konstantins II. im Jahr 354 werden nun die heidnischen Kulte verboten; unter dem Kaiser Theodosius d.Gr. wird das Christentum 380 n.Chr. Staatsreligion. Freilich waren damit die Anhänger der alten Riten und Kulte nicht verschwunden. Geschichte der Rhetorik Die Geschichte der Rhetorik beginnt in Griechenland. Im 5. Jh. verknüpften die Sophisten Philosophie und Rhetorik, so sie durch philosophisch-rhetorische Kunstfertigkeit auch die schlechtere Sache zur besseren machen konnten. Der Sophist Gorgias war der erste große Redelehrer. Er betonte die Notwendigkeit, mittels der Rede die Gefühle des Zuhörers anzusprechen, womit jede gewünschte Wirkung zu erzielen sei. Der Philosoph Sokrates (470-399) lehnte die Haltung der Sophisten ab. Er setzte die Wahrheitsfindung vor die Wahrscheinlichkeit und die Überzeugung vor die Überredungskunst der Rhetorik. Sein Schüler Platon, dem wir die Kenntnis der sokratischen Werke verdanken, setzte diesen Weg fort. Aristoteles (384-322), Platons bedeutendster Schüler, nahm beide Richtungen auf und verband sie. Seine 3 Bücher umfassende Rhetorik ist das bedeutendste Lehrbuch der Redekunst. In Rom strömte mit der griechischen Bildung im 2. Jh. v. Chr. auch die griechische Rhetorik ein. Cato, der allem Griechischen gegenüber skeptisch war, hielt viele nach griechischem Vorbild wirkungsvoll stilisierte Reden vor Gericht und im Senat. Seine Sentenzen (ceterum censeo Carthaginem esse delendam oder rem tene, verba sequentur) sind Beispiele des pointierten Stils. Bedeutende Lehrer griechischen Ursprungs sind Poseidonios, Philon von Larisa, Antiochos von Askalon und Apollonios Molon. Cicero, der von Apollonios Molon unterrichtet wird, verbindet Rhetorik und Philosophie in seinem Ideal des orator sapiens, des philosophisch gebildeten Redners und Staatsmannes. Er erkannte damit klar die zweifache Funktion der Rede: fundierte Information und gezielte Manipulation. Seine wichtigsten Bücher über die Redekunst sind De oratore und Brutus. Absicht der Rede Rhetorik (griechisch rhetorike techne: Redekunst oder Redetechnik) im weitesten Sinn sowohl Theorie als auch praktische Technik der geschriebenen und gesprochenen Rede mit dem Ziel, den Rezipienten oder Zuhörer zu überzeugen und im Sinne des Redners zu beeinflussen. Zu diesem Zweck stellt sie ein umfangreiches Regelwerk zur Verfügung, mit dessen Hilfe der Redner sein Ziel erreichen kann. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Fragen, die Schönheit oder Eindringlichkeit des Redestiles betreffen, wie etwa die Stilmittel, die zur Veranschaulichung, Verlebendigung, Verdeutlichung und Ausschmückung der sprachlichen Aussage dienen, sondern auch grundsätzliche Fragen vom Auffinden des Stoffes bis hin zu einem effektiven Vortrag. Bereits in der Antike unterschied man zwischen fünf Phasen der Redevorbereitung. RedevorbereitungIn der frühkindlichen Erziehung wurde der Mutter, der Amme, überhaupt der gesamten Familie eine große Bedeutung zugeschrieben. Anhand dieser Bezugspersonen lernte das Kind die Sitten, Bräuche und Normen der Gesellschaft, in der es aufwuchs, kennen. Es die ahmte beobachtete Verhaltensweisen nach und gewöhnte sich mit der Zeit an diese. Man kann zwei Stadien erzieherischer Praxis unterscheiden, nämlich die eine, in der der Säugling von der Mutter gestillt wurde und in der ersten Zeit bei ihr aufwuchs und eine zweite, in der das Kind einer griechischen Magd oder einer Sklavin übergeben wurde, die zur Zeit auch Kinder hatte. Dies hatte natürlich den Vorteil, dass das Kind zweisprachig aufwuchs und griechisch später nicht nachlernen musste. Die weitere Erziehung der Kinder hatte ursprünglich der Vater als Familienoberhaupt (Pater familias) kraft seiner väterlichen Vollzugsgewalt (patria potestas) übernommen. Der Vater brachte seinem Sohn allerhand Sportarten bei, wie Reiten und Fechten aber auch Faustkampf und verschiedene Überlebenstechniken. Außerdem erzählte er seinem Kind von den Taten und Sitten seiner Vorfahren. Charakteristik der römischen Erziehung Erziehung und Ausbildung dienen nicht nur der Wissensvermittlung, sondern auch der Betonung ethischer Werte, die aus der Lektüre der Dichter und Historiker gewonnen werden können. Römer waren sehr an der praktischen Seite des vermittelten Wissens interessiert. Der Rechenunterricht stattete den Händler und Kaufmann, aber auch den Landvermesser mit den für seinen Beruf nötigen Kenntnissen aus. Erziehung nach exempla, nach Vorbildern, die aus der eigenen Familie (mos maiorum), aus der Geschichte oder auch aus der mit sagenhaften Elementen (vgl. Mythologie) durchsetzten Frühgeschichte genommen wurden. Schulische Erziehung Zunächst erfolgte Erziehung und Unterricht durch die Eltern selbst. Im Laufe der Zeit unterstützte sie dabei ein paedagogus, ein intelligenter und gebildeter Freigelassener oder Sklave. Die Schulbildung blieb also privaten Initiativen interessierter Eltern überlassen. Staatlich bereitgestellte Schulen - sowohl Gebäude als auch öffentliche Lehrer - waren unbekannt. Eine allgemeine Schulpflicht war ebenfalls unbekannt. Das Vorbild der Eltern und die starke Bindung an den mos maiorum (Vätersitte) bestimmten den jungen Menschen von klein auf. Staatliche Schulen Erst in der Kaiserzeit wurden auch öffentliche Schulen eingeführt. Es kam zur Gründung von Ausbildungszentren mit Universitätscharakter. Vespasian richtete in Rom zwei staatlich besoldete Lehrstühle für griechische und römische Rhetorik ein. Besondere Förderung erfuhren die Schuleinrichtungen durch Trajan und Hadrian. Die Kaiser bestellten für diese Schulen staatlich besoldete Lehrer. Bildungsgang Ludus (Elementarschule) Der Unterricht im Ludus war für die 7 bis 12jährigen Kinder. Der Lehrer unterwies die Kinder im Lesen, Schreiben und den Grundkenntnissen des Rechnens. Die Schüler benutzten Holztafeln, die mit Wachs bezogen waren, als Schreibunterlage. In diese Wachsschicht wurden mit einem Griffel die Buchstaben eingeritzt. Nach dem Zusammenlegen der Schreibtafeln lagen die Wachsschichten einander zugekehrt. Nun konnte man die Schreibtafeln gegebenenfalls verschnüren. Wenn der Schüler das ganze Alphabet beherrschte, lernte er Silben, Wörter, zusammenhängende Texte und Geschichten, meist mit moralischem Inhalt. Römische Schüler mussten zur Förderung des Gedächtnisses oft Texte auswendig lernen. Mathematik lernte man durch einen Mathelehrer (calculator). Der Unterricht begann meist schon vor Sonnenaufgang und dauerte, unterbrochen durch eine kurze Mittagspause, bis spät in den Nachmittag hinein. Darum hat man dem Kind, wegen der Gefahren der Straße, einen Aufsichts - Sklaven (lat.: paedagogus) für den Schulweg mitgehen lassen. Mit der Elementarschule schloss die Ausbildung der Kinder aus wenig bemittelten Schichten. Grammaticus (Literaturschule) Begüterte Familien schickten ihre Söhne nach der Grundschule bis zur Anlegung der Männertoga (toga virilis) - etwa mit 17 Jahren - zu einem Grammatiklehrer. Die Schule des Grammaticus beschäftigte sich mit höherer Lektüre wie Ennius, Terenz, Livius, Cicero, Vergil, Andronicus etc. Mit der Lektüre waren Erklärungen zum Text verbunden, die von der Grammatik bis zum Stil ging. Es wurden aber auch andere Wissensgebiete angestrebt wie Poetik, Literaturgeschichte, Mythologie, Philosophie, Geschicht, Geographie, Physik und Astronomie. In der Regel war die Schulbildung des jungen Römers mit der Eintragung in die Bürgerlisten (mit etwa 17 Jahren) abgeschlossen. Vermögende Familien wandten allerdings beträchtliche Mittel auf, um ihren Söhnen eine Ausbildung an einer Rhetorikschule zu ermöglichen. Rhetorikschule (Redeschule) Der Rhetorikunterricht wurde an namhaften Bildungsstätten wie Rom, Athen, Rhodos, Pergamon oder Alexandria vermittelt. Gelehrt wurde von einem Rhetor, dem Lehrer für Beredsamkeit. Schwerpunkt der Ausbildung war Rhetorik und Philosophie. Die Ausbildung in dieser Schule war Voraussetzung für einen Politiker oder Juristen. Schreibmaterialien
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| Quelle: http://home.eduhi.at/member/jr/christen/christ.htm#entwicklung |