Da Annette und ich schon in Paris waren, ist es ein Absolutes muss, zumal ich immer auf Vorlesungen in der Uni Mannheim war, natürlich nach Giverny zu " Claude Monet " zu reisen. Denn außer Archäologie war Kunstgeschichte 3 Jahre mein Steckenpferd auf der Uni. Da konnte ich mir alles ansehen, was ich auf der Uni nur theoretisch vor Augen hatte. Und siehe da gesagt, getan und Annette und ich gingen wie schon so oft wieder einmal auf Reisen...!

Die Geschichte von Giverny begann am 5. April 1883, als Monet einer der vielen Zwangsräumungsbescheide präsentiert wurde, mit denen man ihn regelmäßig belästigte.

Claude Monet war 43 Jahre alt, Witwer mit 2 Kindern, und lebte mit Alice Hoschède, der von ihrem Mann getrennt lebende Frau eines früheren Gönners, und ihren 6 Kindern in einem gemieteten Haus in der nähe von der Seine in Poissy.

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe fuhr Claude Monet mit dem Zug flussabwärts . Die pittoresken Dörfer an den pappelgesäumten Ufern der Seine waren das Lieblingsziel von Monet. Hier in der Normandie, seit jeher berühmt für hervorragende Apfelprodukte, standen bei der Ankunft von Claude Monet auf üppigen Frühlingswiesen die Apfelbäume in voller Blüte. Die Gegend voll mit magischem Licht und voller Zauber, die C. Monet verführte und ihn für den Rest seine Lebens gefangen hielt.
Bei seinen Spaziergängen am Ufer der Seine entlang entdeckte er im kleinen Dorf "Giverny"  das verlassene Haus eines Obstbauern, das am Rande eines ausgedehnten Obstgartens stand.
Den ungewöhnlichen rosa Anstrich verdankte es seinem früheren Besitzer, der Heimweh nach´ den Farben seines Geburtslandes "Guadeloupe" hatte.
Am 03. Mai 1883 zog die Familie ein, so arm, dass Claude Monets Kunsthändler, Paul Durand-Ruel, Alices Fahrkarte bezahlt hat. Durand-Ruels unermüdlicher Einsatz für Claude Monets Werke in Amerika und eine gemeinsame Ausstellung mit Rodin 1889 machte Monet wohlhabend genug, um 1890 das Haus zu kaufen.
Von nun an bis zu seinem Tod anno 1926 nutzte er sein Geld nur noch zur Verschönerung von seinem Haus und seinem Garten.
Luis Gillet; "Im Sommer hätte man ihn sehen müssen, in diesem berühmten Garten, der sein ganzer Stolz war und den er mit verschwenderischen Gaben überhäufte, wie ein König seine Mätresse......."
Im Jahre 1966 vermachte sein Sohn den Besitz der Acadèmie des Beaux-Arts. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde 1980 die Claude-Monet-Stiftung eingeweiht, deren Ziel es ist, Claude Monets Geist in Giverny zu bewahren......
Am frühen Samstag morgen des 22 Juni 1996 war das Wetter so schön, dass es für immer in meiner Erinnerung bleiben wird; die Kronen der alten Bäume vor dem rosa gestrichenen Haus mit fast zum Boden sich neigenden Ästen, zu ihren Füssen ringsum ein Meer aus Tulpen und Vergissmeinnicht, ein Naturgemälde der gleichen, von Schönheit für Augen und Seele.
Wenn man recht früh dort an kommt, bevor die vielen Busse eintreffen, sollte die Gelegenheit Beim Schopf packen, zunächst das Hausinnere zu besichtigen, um in aller Ruhe den Charme und die Atmosphäre des Ortes genießen zu können. Die große Küche, der gedeckte Tisch im sonnengelb getünchten Esszimmer, lichtdurchflutet, mit Flügeltüren zur großen Holzterrasse. Die im original eingerichteten Wohnräume! Es ist, als ob Claude Monet jeden Augenblick mit seiner Staffelei zurückkehren würde. Die wenige Schritte entfernte, im riesigen Seerosenatelier befindliche Ausstellung mit dem Verkaufsstand der Stiftung hebt man sich am ehesten zum Schluss des Besuches auf.
 
Nicht so recht zum Charakter des Besitzes passend scheinen die doch streng angeordneten Beete eines Teils der Gartenanlage. Nachdem Claude Monet seine Familie nicht mehr vom Eintrag des Gemüsegartens ernähren musste, nutze Monet diese zu Farbkomposions-experimenten. Diese Tradition wird noch heute von den Gärtnern der Stiftung fortgesetzt......
So überraschen bei einem Rundgang immer wieder gärtnerisch äußerst wagemutige Farbzusammenstellungen und Pflanzengruppierungen, die dennoch zu einer erstaunlichen Harmonie verschmelzen. Eine Fülle von gestalterischen Anregungen erwartet den Besucher im Frühjahr. Zur vollen Prachtentfaltung kommt die Gartenanlage des "Clos Normand" genau im Juni, wo die Rosen üppig und im Überfluss erblühen. Also, genau zu dem Zeitpunkt, als ich diese Reise unternommen habe..........
Als Claude Monet älter wurde, wandte sich sein Interesse dem "Garten des Geheimnisvollen" zu, den vergänglichen, flüchtigen Bildern einer einzigen Blume – der Seerose. Marcel Proust verglich die Seerosenteppiche auf dem Teich im sogenannten Wassergarten mit "schwimmenden Beeten" und die Blätter der Seerosen mit den Flügeln von Schmetterlingen. Unterhalb des Besitzes, auf der anderen Seite der Straße, nun durch einen Fußgängertunnel,  gelangt man zum Wassergarten, der von einem Epteam gebildet wird, eingerahmt im Schatten von Pappeln, Weiden und riesigen Epsen. An der japanischen Brücke, geschmückt von Glyzinien –hochoben mit lilafarbenen Blüten und weiter unten mit lang herabhängenden weißen Blütentrauben-, den Azaleen und Rhododendren am Wegesrand und dem Seerosen-Teich erschließt sich den Besuchern Claude Monets Garten der Reflexionen und des Geheimnisvollen, der einst die weltberühmte Bilderwelt der Seerose entstehen ließ......
Es war eine sehr, sehr schöne Reise und wenn ihr mal Lust und Zeit habt: "eine Reise lohnt sich ganz bestimmt...."

Aber schaut doch weiter, hier kommt eine Biografie erstellt.....!

Claude Monet (1840-1926)  

Claude Monet wurde am 14. November 1840 in Paris geboren. Im Alter von fünf Jahren zog er mit seinen Eltern in die Hafenstadt Le Havre. Die Kindheits-Eindrücke von Hafen, Küste und Meer malte Monet später immer wieder (vgl. Impressionismus). Als er 15 Jahre alt war, zeigte er große Begabung beim Zeichnen von
Karikaturen. Dem bekannten Landschaftsmaler Eugène Boudin (1824-1898) gefielen diese Zeichnungen, so dass er den jungen Monet oft zum Malen im Freien mitnahm. Im Jahre 1859 ging Monet entgegen dem Willen seines Vaters nach Paris, um dort Malerei zu studieren. Dort lernte er die Maler Pissaro und Renoir kennen.
1865 stellte der Salon zwei seiner Werke aus..."

Selbstbildnis, 1886

Autor und Copyright: T. Seilnacht)
die ganze Biografie (mit Bildern) findet ihr unter:
http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/Monet.htm