Die Multiple Sklerose (MS) ist eine ursächlich noch nicht geklärte, sehr unterschiedlich verlaufende chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie beginnt damit, dass die Blut-Hirn-Schranke (BHS) an einigen Stellen zusammenbricht und dadurch an verschiedenen Stellen dieses Systems entzündliche Veränderungen in der sogenannten weißen Substanz verursacht. Die Schutzhüllen der Nervenleitungen (=Myelin), die sich überwiegend in der weißen Substanz befinden, werden dabei geschädigt und können später höchstens mit narbig zurückbleibenden, verhärteten Herden (= Sklerose) abheilen. Durch diese besonderen feingeweblichen Veränderungen mit zahlreichen (= multiplen) Entzündungen kann es quasi zu Störungen (Ausfällen) in der "Zentrale" kommen, da bestimmte Impulse nicht an den richtigen Empfänger weitergeleitet werden können.
Mögliche "Ausfälle" können sich z.B. in den Bewegungen der Arme oder Beine, den Sehfähigkeiten (Sehschärfe, Doppelbilder oder sogar Blindheit) sowie Gefühlsstörungen (Ameisenlaufen, Schmerzen) bemerkbar machen. Diese können sich zumindest zu Beginn der Krankheit fast immer vollständig zurückbilden. Die Ursachen der "Ausfälle" liegen also nicht in den spürbar betroffenen Organen bzw. Körperteilen, sondern vielmehr in der "Zentrale". Das ZNS ist die "Schaltzentrale" eines jeden Menschen, in der jeder Impuls verarbeitet wird, um Ein- und Ausgehende Informationen und Befehle richtig zu deuten und zu steuern.
Ein besonderes Kennzeichen bei der MS ist, dass das Ausmaß und die Schwere der Krankheitszeichen schwanken können. Sowohl von Patient zu Patient, als auch bei jedem Betroffenen im Verlauf der Krankheit selbst. Nicht zu Unrecht wird die MS auch als die Krankheit mit den tausend Gesichtern bezeichnet.

Einige grundlegende Aussagen zur MS:

Die MS betrifft das zentrale Nervensystem

Die Veränderungen treten an mehreren Stellen des zentralen Nervensystems auf.

Es kommt zu entzündlichen Herden mit narbiger Abheilung.

Die MS beginnt am häufigsten im frühen Erwachsenenalter.

Die Beschwerden entwickeln sich weitgehend unvorhersehbar.

Beginn der MS


Der Beginn einer MS ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich, da die Krankheit praktisch jeden Teil des ZNS betreffen kann, und auch mit einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome beginnen kann. Eine MS beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und betrifft Menschen aller Rassen, jedoch Frauen häufiger als Männer. Unabhängig von ihrer Art treten die Erstbeschwerden meistens aus völligem Wohlbefinden (z.B. Urlaub) heraus und relativ rasch auf. Seltener kommt es zu einem langsamen, fast unmerklichen Beginn mit zu- und abnehmender Stärke der Beschwerden. Bei jeweils etwa jedem dritten Betroffenen sind Gefühlsstörungen wie Taubheits- oder Kribbelgefühle in Armen oder Beinen und Sehstörungen die ersten Krankheitszeichen (Initialsymptom), gefolgt von Gang- und Gleichgewichtsstörungen und erste Anzeichen einer Kraftlosigkeit. Andere Beschwerden sind eher seltener.

Art von Erstsymptomen bei MS
Gefühlsstörungen in Armen und Beinen
Gang- und Gleichgewichtsstörungen
Sehminderung eines Auges
Doppelbilder
Gefühlsstörungen im Gesicht
Schmerzen

Erklärung einiger Begriffe

Multiple
bedeutet, dass es immer mehrere Körperteile bzw. Organe betroffen sind.
Und im laufe der Zeit vielleicht noch mehr Störungen im Körper auftreten können.
 
Sklerose
krankhafte Veränderung, mit vielen allmählichenverhärtenden Entzündungsherde unter
anderem Lähmungen
 
BNS = Blut-Hirnschranke
das ist eine durchlässige Schranke zwischen dem Blut und der Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch
mit dem Zentralen Nervensystem bei der es einer aktiven Konttrolle unterliegt.
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