| Ausonius,
römischer Dichter und Verfasser der Mosella (310-393 n. Chr.), beschreibt die
Mosel bei Piesport wie folgt: Des Weingebirges Gepränge
wie ein natürliches
Amphitheater baut es sich auf. Der alte Weinort mit Funden aus römischer Zeit
besitzt zahlreiche Winzerbetriebe und romantische Weinstuben und Straußenwirtschaften
(bekannte Weinlagen: Piesporter Goldtröpfchen, Domherr, Treppchen, Falkenlay, Günterslay
und Grafenberg, Großlage Michelsberg, Rebfläche insgesamt 450 ha). Sehenswürdigkeiten:
Sehenswert sind das Felsmassiv Moselloreley, die barocke Pfarrkirche St.
Michael (1776/77) mit herrlichen Deckenmalereien, die römische Großkelteranlage, ein
römischer Meilenstein, der Klausenhof, die alten Winzerhöfe und Weingüter, zahlreiche
Kapellen, Wegekreuze und Bildstöcke sowie die Panorama-Aussichten in das Moseltal. 
Wie ein überdimensionales
Amphitheater, dessen Ränge vom Flussbett der Mosel steil aufsteigend voll besetzt mit
Weinreben sind, und dessen Kulisse die schieferbedeckten Dächer der Häuser bilden,
präsentiert sich Piesport dem Besucher und Gast. Es ist die Heimat des
"Goldtröpfchens", der weltberühmten Weinlage. Schon die Römer wussten diese
vom Klima begünstigten Steillagen zu schätzen. Römische Kelteranlagen aus dem 2. und 4.
Jh. n. Chr. belegen diese 2000-jährige Weintradition. Eine von diesen Keltern wurde
originalgetreu restauriert, ist voll funktionstüchtig und jedes Jahr Anfang Oktober
Mittelpunkt des "Römischen Kelterfestes", eines historischen Schauspiels.
Weitere Zeugnisse machtvoller römischer Präsenz sind die Funde eines wertvollen
Diatretglases und einer goldenen Gewandspange, "Kaiserfibel" genannt (im
Landesmuseum Trier ausgestellt). Vor Ort gehören die Rokoko-Pfarrkirche St. Michael, das
Oldtimer-Traktorenmuseum und die "Moselloreley" auf jeden Fall zum
Pflichtprogramm eines jeden Besuchers. Am Moselufer laden Spazierwege zum Flanieren,
Cafes, Straußwirtschaften und Weinstuben zur gemütlichen Einkehr ein. Betten zum
Träumen gibt es in zahlreichen Hotels, Privatzimmern und Ferienwohnungen. Alles stimmt,
so dass "goldene Zeiten"... schon mit dem ersten Urlaubstag beginnen.
"Feste Feiern" nehmen die Piesporter wörtlich. Anfang Juli steht die
Moselloreley "in Flammen" (Großfeuerwerk), Anfang August zum Wein- und
Heimatfest werden die Weinköniginnen gekrönt. Insgesamt 19 Musik- und Kulturvereine
sorgen mit vielen Veranstaltungen auf Straßen und Plätzen, in Kellern und Scheunen für
Kurzweil, Frohsinn und Geselligkeit.
Piesport
Piesport zählt zu den größeren
Weinbaugemeinden an der Mosel. Der Ort liegt, ca. 42 km von Trier und ca. 19 km von
Bernkastel-Kues entfernt, am linken Ufer von einem sich nach Süden öffnenden Moselbogen.
Piesport zugehörig sind die Ortsteile Ferres auf der gleichen sowie Niederemmel ,
Müstert und Reinsport auf der gegenüberliegenden Flussseite. Mit den letzteren
Ortsteilen ist Piesport durch zwei Brücken im Abstand von etwa 500 Metern verbunden.
Verwaltungsmäßig gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron im Landkreis
Bernkastel-Wittlich. Die Mosel legt von Piesport bis zu ihrer Mündung in den Rhein am
Deutschen Eck in Koblenz eine Strecke von 148 km zurück.
Piesport besitzt zahlreiche Winzerbetriebe,
Straußwirtschaften und romantische Weinstuben. Die steil aufsteigenden,
terrassenförmigen Weinberghänge, die sich über Piesport erheben, bilden eine reizvolle
Kulisse und wirken wie ein überdimensionales Amphitheater. Dieses Wort gebrauchte schon
der römische Dichter Ausonius (ca. 310 bis 393 n. Chr.), als er das Moseltal bei Piesport
beschrieb. Es ist die Heimat so bekannter Weinlagen wie "Piesporter
Goldtröpfchen", "Treppchen", "Domherr",
"Kreuzwingert", "Gärtchen", "Schubertslay",
"Falkenlay", "Günterslay" und "Grafenberg". Sie gehören zu
der Großlage "Michelsberg", zu der auch die Weinlagen der Moselorte Trittenheim
, Neumagen-Dhron , und Minheim gehören.
Das beeindruckende und steil aus der Mosel
aufragende Felsmassiv bei Piesport, das im Volksmund auch den Namen
"Moselloreley" trägt, lässt flussabwärts keinerlei Verkehrsverbindungen zu.
Das Steilufer bietet nicht mal Platz für einen Fußweg.

Römerzeit/bodenfunde
Erstmals erwähnt wurde Piesport im Jahre 776
im goldenen Buch der Abtei Prüm im Zusammenhang mit einer Weinbergsüberschreibung.
Besiedelt war der Ort jedoch schon von den
Römern. Davon zeugen nicht nur zahlreiche Funde, sondern auch der ursprüngliche Name
"Porto pigonto", der den Hafen des Bigontius, einer lokalen römischen Gottheit,
bezeichnet. Ihr war der Ort geweiht.
Dass in der Römerzeit hier auch schon Weinbau
betrieben wurde, belegt der sensationelle Fund von zwei römischen Kelteranlagen.
Zu den weiteren wertvollen Funden bei Piesport
gehören drei Sarkophage, das Diatretglas von Niederemmel und die sogenannte goldene
"Kaiserfibel" aus dem frühen 4. Jahrhundert. Sie ist eine Spange, mit der das
Römergewand über der Schulter zusammengehalten wurde. Sie wurde einer verdienten
regionalen Persönlichkeit von Kaiser Konstantin verliehen.
Römische Kelteranlage
Die beiden römischen Kelteranlagen, die in
Piesport gefunden wurden, sind zum einen die älteste und zum anderen die größte
nördlich der Alpen. Sie stammen aus dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. Eine Weinpresse
wurde originalgetreu rekonstruiert und kann am Ortsrand Richtung Ferres besichtigt werden.
Da sie auch voll funktionstüchtig ist, steht sie jedes Jahr im Mittelpunkt beim
Piesporter Römischen Kelterfest.
Die Weinpresse umfasste zwei Maischbecken,
viertelkreisförmige Pressbecken, Mostbecken und mehrere Kellerräume. Die Lagerkapazität
der Kellerräume und die daran abzulesende Größe der Rebfläche lässt die Vermutung zu,
dass in Piesport möglicherweise für den kaiserlichen Hof Wein angebaut wurde.
Pfarrkirche St. Michael
Die erste Kirche in Piesport befand sich auf
der Höhe. Sie wurde möglicherweise an einer Stelle errichtet, an der ein heidnischer
Kult gepflegt wurde. Geweiht war sie dem hl. Michael. Die meisten Bergkapellen der ersten
Jahrhunderte hatten entweder Petrus oder Michael zum Patron. Dies lag daran, dass die
beiden Heiligengestalten bestimmten keltischen und germanischen Gottheiten entgegengesetzt
wurden. Der hl. Petrus führte den Kampf mit seinem Namen gegen den germanischen Gott Thor
bzw. Donar. St. Michael und ab dem 6. Jahrhundert auch St. Martin sollten dem Hauptgott
Wodan Abbruch tun. Das Reckenhafte beider Heiligengestalten zog auch den kriegerischen
Sinn der Germanen an.
Ab dem 9. Jahrhundert ist Piesport als Pfarrei
bezeugt. Auch beim Neubau der Pfarrkirche im Tal blieb St. Michael Pfarrpatron.
Die heutige katholische Pfarrkirche St. Michael
wurde 1776/1777 unter der Leitung des Tirolers Paul Miller errichtet. Das Gotteshaus ist
ein dreiseitig abgeschlossener Saalbau. Über dem Pilasterportal am Westturm befindet sich
eine Nischenfigur des Kirchenpatrons St. Michael. Seitlich sieht man zwei Portalpfeiler
mit Engelsfiguren.
Das Stichkappengewölbe im Innern ruht auf
Pilastern. Dekoration und Ausstattung der Kirche präsentieren sich in einheitlichem
Rokokostil. Besonders sehenswert sind die herrlichen Deckengemälde, eine Arbeit des
Künstlers Johann Peter Weber aus Trier . Dargestellt sind die Himmelfahrt Mariens, der
Engelsturz und die Predigt des hl. Franz Xaver. Von dem gleichen Künstler stammt auch das
Schutzengelbild hinter dem Hochaltar.
Vor der Pfarrkirche erinnert ein Denkmal an
einen Piesporter Pastor, der im 18. Jahrhundert die einheimischen Winzer für den
Qualitätsanbau des Rieslings gewinnen konnte und dem die Piesporter Weinkultur daher viel
verdankt.
Südlich des Kirchturms steht eine neugotische
Friedhofskapelle. Erbaut wurde sie um das Jahr 1850. Hinter dem Chor ist ein Steinkreuz
aus dem Jahre 1826 angebracht.

Hofgebäude
In Piesport sind zwei Hofgebäude gut erhalten:
das dreigeschossige ehemalige Weingut des Domkapitels von Trier aus dem Jahre 1721 und das
ehemalige Weingut des Klosters Klausen in der Eifel, nur wenige Kilometer von Piesport
entfernt. Der Torbogen der letzteren Anlage stammt aus dem Jahre 1613, das Pilasterportal
des heutigen Wohngebäudes von 1806. Darüber ist in einer Nische ein Vesperbild zu sehen,
das auf das Jahr 1530 datiert ist. Die Hofseite ziert ein Treppenturm. Unter dem zu der
Anlage gehörigen Kellerhaus befindet sich ein dreischiffig gewölbter Weinkeller.
Wallfahrtskirche und ehemaliges Kloster
Klausen Römisches Kelterfest
Anfang Oktober begeht Piesport sein Römisches
Kelterfest. Höhepunkt ist die original römische Kelterung. Eine Gruppe von Männern und
Frauen, bekleidet mit einer weißen Toga, treten die Trauben mit den Füßen. Das
Spektakel steht unter der Aufsicht des "Imperators" höchstpersönlich, der,
begleitet vom Weingott Succellus, der Weinkönigin und einem Tross aus farbenfrohen
Legionären, Mundschenken und allerlei Fußvolk, zuvor durch das Dorf zur römischen
Kelteranlage gezogen ist. Im Dorf werden an Ständen und in Zelten römische
Spezialitäten und deftige Köstlichkeiten aufgetischt. Getrunken wird der Wein, der beim
vorjährigen Fest durch die römische Kelter gelaufen ist.

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