Heute möchte ich Euch was über meinen Port, den ich nun schon seit über zehn Jahren in mir habe, erzählen. Ich habe in dieser Zeit nun meinen fünften Port, da es auch zwischenzeitlich Probleme gegeben hat. Nun habe ich am 16. Dezember diesen Jahres, also 2008, einen neuen Port bekommen. Ich hoffe, dass er lange funktioniert und viel Zeit ins Land geht, bevor ich wieder einen neuen Port benötige.


Der Port

Ein intravenöser Port ist eine dauerhafte Möglichkeit für einen zentralen Venenzugang. (Bei korrekter Handhabung evtl. mehrere Jahre) Er besteht aus einer kleinen "Dose" aus Titan, der sog Kammer, die oben mit einer dicken Silikonmembran verschlossen ist. Aus der Dose kommt ein Venenkatheter aus Polyurethan oder PTFE heraus. Die Kammer wird unterhalb des Schlüsselbeins unter die Haut implantiert. Der Katheter wird wie ein normaler ZVK in die Jugularis oder Subclavia eingefädelt.

Alle Teile liegen unter der Haut, die Portkammer ist leicht zu ertasten. Mit einer speziellen Portnadel wird durch die Haut und die Silikonmembran gestochen und schon hat man einen zentralen Zugang. Die Silikonmembran hält das ziemlich oft aus, ohne undicht zu werden. Wenn der Zugang nicht mehr benötigt wird, wird mit heparinisierter Kochsalzlösung nachgespült und die Nadel gezogen. Ein ständiger Verband über der Kammer ist nicht erforderlich.

Das Legen des Ports erfolgt in Vollnarkose. Der Eingriff dauert in der Regel ½ bis 1 Stunde. Danach ist die Gegend um die Portkammer und der Schnitt, der meistens daneben oder darüber liegt, schmerzhaft. Die ersten beiden Tage benötigt man evtl. ein Schmerzmittel. Nach 7-10 Tagen ist der Schmerz in der Regel abgeklungen und dann werden auch die Fäden gezogen. Der Port kann notfalls sofort angestochen werden, in der Regel wird man aber ein paar Tage warten.

Der Eingriff ist ambulant möglich, aber nach der Narkose kann man für 24 Stunden kein Auto fahren und es kann auch ziemlich weh tun. Wer allein zu Hause ist, dem sei empfohlen, lieber eine Nacht im Krankenhaus zu bleiben. Am nächsten Tag ist man dann wieder an Bord.

Für den, der sehr schlechte Venen hat und häufig Infusionen braucht, ist der Port ein wahrer Segen. Wenn die Narbe verheilt ist, kann man damit alles machen, was man sonst auch tut, auch Schwimmen und Sauna. Durch die Haut ist er vor Umwelteinflüssen geschützt. Er ist als kleine "Beule" unter der Haut sichtbar, dies stellt für manche Leute, besonders Frauen, ein kosmetisches Problem dar. Dann gibt es noch ein paar Risiken; die wichtigsten sind:

der Katheter kann in dem Gefäß, in dem er liegt eine Thrombose verursachen. Das merkt man daran, dass der Arm auf dieser Seite anschwillt und sich bläulich (livid) verfärbt. Es kann sich ein sog. Umgehungskreislauf (Kollateralkreislauf) bilden, so dass der Port nicht zwingend entfernt werden Muss. Dies Muss der Arzt entscheiden.

Die Gegend um die Kammer kann sich entzünden (schmerzhafte Schwellung und Rötung). Wenn eine Sanierung der Entzündung mit Antibiotika und/oder eine chirurgische Intervention misslingt, Muss der Port entfernt werden.

im Katheter können sich Bakterien ansiedeln. Das passiert vor allem, wenn am Portsystem unsauber gearbeitet wird, kann aber auch durch einen Infekt ausgelöst werden. Man bekommt dann während oder nach der Infusion Fieber, das sehr hoch werden kann (septisches Fieber). Es kann eine Sanierung mit Antibiotika versucht werden, aber meistens, vor allem bei Sepsis, Muss der Port entfernt oder gewechselt werden.

Es kommt vor, dass der Port nicht rückläufig ist, weil er z.B. an der Venenwand anliegt. Er kann aber, sofern er nicht verstopft ist, weiter für Infusionen benutzt werden.

Wenn Blut in den Katheter zurückläuft, kann sich dort ein Thrombus bilden und den Port verstopfen. Meistens gelingt es, den Katheter freizuspülen, ggf. unter Zuhilfenahme von Heparin oder Urokinase. Auf jeden Fall kann es passieren, dass winzige Mengen Blut an der Katheterwand haften bleiben und auch durch intensives Spülen nicht zu entfernen sind. Dies ist ein idealer Nährboden für Bakterien und kann zur Besiedelung des Ports führen. Dies passiert allerdings eher selten. (Beim normalen ZVK tritt diese Komplikation allerdings recht häufig auf)

Eine Frage, die immer wieder auftaucht und an der sich die Geister scheiden, ist: Soll aus dem Port Blut abgenommen werden? Die Hersteller geben durchweg an, dass dies möglich ist. Wenn der Port rückläufig ist, stellt das auch kein technisches Problem dar. Auf einigen Stationen der Kölner Uniklinik ist jedoch das Blutabnehmen aus dem Port tabu ! Vermutlich wegen der Gefahr des Verstopfens und der Blutreste im Katheter.

Wenn der Port nicht benutzt wird, sollte er in regelmäßigen Abständen (4-8 Wochen) mit heparinisierter Kochsalzlösung gespült werden. Sauberkeit ist bei allen Arbeiten am Port oberstes Gebot !